Getreideernte 2012 – ein Resümee

Der Geschäftsführer der Landw. Genossenschaft Klagenfurt-St.Veit-Rosental, DI Rudolf Grünanger, skizziert die wichtigsten Ergebnisse der heurigen Getreideernte. „Wir sind mehr als zufrieden!“

Kärnten ist anders!

Mit 2,3 Mio tons Getreide fuhren Österreichs Landwirte 2012 die schlechteste Getreideernte seit 40 Jahren in die Scheunen. Zwar litt auch Kärnten unter einem kühlen Frühjahr, einer Frühsommertrockenheit im Juni und einer schwierigen, niederschlagsreichen Erntekampagne, aber die gesammelten Ernteergebnisse können sich sehen lassen. Waren die Wintergerstenerträge noch durchschnittlich, so überraschte die Sommergerste. Hektarerträge um 6,5 tons waren nicht selten. Und nachdem der Vollgerstenanteil hoch und die Rohproteinwerte eher tief liegen, steht qualitativ hochwertige Braugerste aus Kärnten reichlich zur Verfügung.

Brotland Kärnten!

Zufriedene Gesichter an der Gosse, was die Hektarerträge bei Weizen und Roggen anbelangt. Bei den Qualitätsparametern spaltet sich die Stimmung: Während die Rohproteinwerte sehr hoch liegen, differieren die Hektolitergewichte. Gegen Kampagneende, anfangs August, fielen auf Grund von hohen Niederschlagsmengen die Fallzahlen ab. Dennoch: Etwa zwei Drittel der Kontraktmengen wandern zu den Mühlen und nur ein Drittel landet im Futtertrog. Natürlich ist das ein Glück, aber auch ein Zeichen dafür, dass eine junge Landwirtegeneration in den letzten Jahren ihr Handwerk gelernt hat. Getreide aus Kärnten überzeugt mit Qualität und Sicherheit! Besonders stolz sind wir auf unsere Roggenproduktion: Hohe Erträge, über 6 tons, wie im letzten Jahr, gute Qualitäten, Unmengen von Stroh und eine Getreideart, die extensiv zu führen ist. Nach zwei Bauerngenerationen ist Brotroggen wieder in Kärnten angekommen.

Gute Preise – Lohn der Arbeit!

Eine internationale Preisrally, hervorgerufen durch Trockenheit in den USA und in der Schwarzmeerregion, treibt die Preise im August auf ungeahnte Höhen. Im Durchschnitt liegen die Preise um 10-15% über den Vorjahrespreisen, Mahlweizen und Brotroggen notieren sogar noch deutlich darüber. Das Kursfeuerwerk von Getreide an den Börsen und Kassamärkten beflügelt auch die Mais- und Sojakurse. Keine schlechten Aussichten für Kärnten, einem Land, das in Europas Mais- und Sojagürtel liegt, und wo heuer mehr Soja, denn je, angebaut wurde.
DI Rudolf Grünanger